Bertelsmann

Deutscher Medienkonzern mit Tradition.

Beinahe in jedem Haushalt findet sich eines der Ratgeber- oder belletristischen Bücher des Bertelsmann Leserings, der 1947 von Reinhard Mohn aus den Trümmern des im zweiten Weltkrieg zerstörten Verlagshauses aufgebaut wurde. Der 1921 geborene Mohn nutzte die damals neue Form des Direktvertriebes, um das Verlagsprogramm erfolgreich unter die Leute zu bringen. Es blieb nicht lange bei Büchern, bereits 1956 gehörte ein Schallplattenring, der Stars wie Peter Alexander, Heintje oder Udo Jürgens bekannt machte , zum Untenehmen. Bertelsmann war aktiv bei der Einführung des Privatfernsehens in Deutschland beteiligt (RTL) und ist heute einer der größten Medienkonzerne der Welt. Die Firma Bertelsmann wurde am 1. Juli 1835 von einem Drucker Namens Carl Bertelsmann (1791 – 1850) in Gütersloh gegründet. Das erste Buch trug den Titel „Theomele“ und enthielt christliche Lieder und Gesänge. Schon bald kamen zwei Zeitungen und allgemeinbildende Bücher hinzu. Sein Nachfolger Heinrich Bertelsmann (1827 – 1887) erweiterte das Verlagsprogramm mit Autoren wie den Gebrüdern Grimm oder Gustav Schwab. Unter der Leitung von Johannes Mohn (1856-1930), dem Schwiegersohn von Heinrich Bertelsmann, war das Verlagsprogramm zunächst wieder mehr theologisch orientiert, bevor Heinrich Mohn (1885-1955) auch Unterhaltungsliteratur einführte und mit neuartigen Werbemethoden, wie Preisausschreiben oder „Neuigkeitspaketen“ von sich reden machte. Die Firma wurde bald zu einem der größten Medienunternehemen, an dessen Erfolg Reinhard Mohn nach dem zweiten Weltkrieg anknüpfte. .Schon in den 50er Jahren besaß die Firma Europas größte Offsetdruckerei. Inzwischen ist Bertelsmann an Verlagshäusern in aller Welt beteiligt oder hat sie gar ganz übernommen. Bekannt ist aber auch das soziale Engagement der Firma, schon der Firmengründer engagierte sich in der Armenpflege. 1887 besaß das Unternehmen bereits eine firmeneigene Alters- und Invalidenkasse und 1910 wurde für die Mitarbeiter von Bertelsmann der bezahlte Jahresurlaub eingeführt. 1977 die Bertelsmann-Stiftung für „Ausbildung, Kultur und Sozialpolitik“ gegründet. Um das „Modell Bertelsmann“ zu sichern, übertrug Reinhard Mohn 68,8 % des Aktienkapitals an die Stiftung. „Bezahlen Sie Ihren Mitarbeitern in einer Börsennotierten Firma mal zwei Monatsgehälter Gewinnbeteiligung. Was meinen Sie denn, was die Aktionärsvertreter in der Hauptversammlung dazu sagen.“ begründete Reinhard Mohn diese Entscheidung. 1999 wurden auch die dazugehörigen Stimmrechte übertragen. Unter der Führung des Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff wuchs Bertelsmann zum Multinationalen Medienkonzern der die „Old-“ und die „New-Economie“ gleichermaßen umfaßt. 1995 wurde gemeinsam mit America Online, AOL-Europa gegründet, und die Firma beteiligte sich an unterschiedlichen Projekten der New-Economie, etwa an Pixelpark oder dem Netwerkbetreiber mediaWays. Auch das Wissen, die traditionelle Domäne von Bertelsmann, soll nicht zu kurz kommen: Wissen.de, ein Lexikon im World Wide Web gehört ebenfalls zum Konzern. Der letzte Coup von Bertelsmann ist der Einstieg in die Musiktauschbörse Napster von Shawn Fanning, offenbar soll hier das Prinzip des Buchclubs wiederbelebt werden: Gegen einen monatlichen Beitrag sollen die Interessenten eine bestimmte Anzahl von Songs aus dem Internet herunterladen können. Die Beteiligung an AOL wurde inzwischen, nach der Fusion des Providers mit dem Medienkonzern Time Warner, aufgegeben.