Nicholas Negroponte

Amerikanischer Wissenschaftler. Gründer des MIT Media Lab.
Ohne weiters kann Nicholas Negroponte als der Guru des digitalen Zeitalters bezeichnet werden. Der Sohn einer Reederfamilie wurde 1943 in der Upper Eastside New Yorks geboren. Nach dem Besuch einer Privatschule in der Schweiz absolvierte er ein Architekturstudium am Massachusetts Institute of Technology, MIT, dessen Lehrkörper er seit 1966 angehört. Außerdem war er Gastprofessor an den Universitäten Berkeley und Yale. Während seines Studiums beschäftigte er sich auch mit Systemen zum computergestützten Entwerfen (CAD) und erkannte, daß „derjenige, der das Werkzeug entwickelt, mehr Einfluß hat als derjenige, der es zum Entwerfen eines Hauses oder Objektes benutzt.“ 1968 gründete er am MIT die „Architecture Machine Group“, die sich mit der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine beschäftigt. Im selben Jahr erschien auch sein Buch „The Architecture Machine“, in dem er ein „intelligentes“ Haus beschreibt, das mit seinen Bewohnern kommunizieren kann und sich selbsttätig umbaut. Seitdem tritt Negroponte immer wieder mit Voraussagen über die Zukunft in Erscheinung. 1995 erschien sein Buch „Being Digital“ (deutscher Titel:Total Digital) das inzwischen in über 20 Sprachen übersetzt wurde. Es beinhaltet eine Sammlung von Kolumnen, die er für die Zeitschrift ßßß Wired (deren Gründung er mit einem Darlehen unterstützte) geschrieben hat und gibt einen Ausblick auf zu erwartende Veränderungen. Er beschreibt darin die Entwicklung der digitalen Technik und entwirft das Bild einer Gesellschaft, in der das Atom vom Bit abgelöst wird. Dieser Wechsel deutet sich an, indem etwa Informationen den Adressaten nicht mehr in materieller Form, als Buch oder Zeitung, sondern als Bits über das Internet erreichen. In den 70-er Jahren hatte er die Idee des Media Lab, eines von der Wirtschaft mitfinanzierten Institutes, das sich der Erforschung der Zukunft der menschlichen Kommunikation widmen sollte. 1985 konnte dieses Labor, mit Negroponte als Direktor, gegründet werden. Seitdem sind von dort die unterschiedlichsten Anstöße gekommen, etwa ein in einen Turnschuh eingebauter Rechner oder das vor einiger Zeit beliebte Schlagwort „Multimedia“. Nicholas Negroponte selbst betont, daß die Entwicklungen nur dem Nutzen und der Bequemlichkeit der Menschen dienen sollen, etwa wenn beim Händeschütteln Daten von Person zu Person übertragen werden und so das Tauschen von Visitenkarten überflüssig wird oder der Türgriff den Hausbesitzer erkennt und nur er öffnen kann. Das Internet scheint für ihn als Allheilmittel gegen Nationalismus und Fremdenhaß. Daher engagiert er sich auch in der Stiftung „2B1“, die er 1997 mitbegründet hat, sie soll die Zugriffsmöglichkeiten auf das Internet für Kinder in aller Welt erleichtern

Beitragsbild: Gin Kai, U.S. Naval Academy, Photographic Studio CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons