Paul Allen

Mitbegründer von Microsoft
Der Schulfreund von ßßß Bill Gates war der eigentliche Visionär bei Microsoft. Der 1954 geborene Studienabbrecher erkannte das in den Desktop-Computern steckende Potential und überredete seinen Freund 1975 zur Gründung des heutigen Softwaregiganten. 1983 schied er jedoch nach einer Krebserkrankung bei Microsoft aus. Bis zum Jahr 2000 hatte er dort allerdings noch einen Sitz im Aufsichtsrat inne und blieb auch danach der Firma als Berater verbunden.  Daneben widmete sich der Vermehrung seines Vermögens. 1986 gründete er .die Firma Vulcan Ventures, eine Gesellschaft, die sich bislang an über 100, hauptsächlich in der Internet- und Medienbranche tätigen Unternehmen, darunter Steven Spielbergs Dreamworks-Studios, beteiligt hat. 1993 bewies er erneut seinen richtigen Riecher und erwarb einen Anteil von 24,9 % an dem damals noch un- scheinbaren Online-Provider ßßß AOL. 1993 wollte er seine Beteiligung erhöhen, um ein Mitspracherecht bei der Entwicklung der Firma zu erhalten und die Erweiterung von AOL in Richtung des World Wide Web voranzutreiben. Da man ihm jedoch keinen Sitz im Vorstand geben wollte, verkaufte er beleidigt seine Anteile, nicht ohne dabei einen Gewinn von 100 Millionen Dollar einzustreichen. Neben diesen und anderen wirtschaftlichen Aktivitäten tritt Allen auch als großzügiger Spender auf. In seiner Geburtsstadt Seattle ließ er vom Architekten Frank Gehry ein Rock`n Roll-Museum bauen, welches von seiner Schwester geleitet wird. Zunächst war geplant, eine Gedenkstätte nur für den, ebenfalls aus Seattle stammenden, Jimmy Hendrix zu errichten, doch glücklicherweise ließ Paul Allen sich davon überzeugen, das Konzept zu erweitern. Nun finden die Besucher in einem futuristisch anmutenden Gebäude berühmte Gitarren, Konzertplakate oder die Hefte, in die Jimmy Hendrix seine Songtexte einzutragen pflegte. Wer will, kann sich aber auch an Kiosk-Terminals Filme ansehen oder Klangbeispiele aufrufen. Die Aktivitäten von Paul Allen sind jedoch noch vielfältiger. Unter anderem hat der Besitzer eines Basketball-Teams und einer Football-Mannschaft der Stadt Seattle ein neues Stadion spendiert, einen Erweiterungsbau der Bibliothek der Washingtoner Universität unterstützt und dem SETI – Institut bei seiner Suche nach außerirdischen Existenzen mit einer Millionenspende unter die Arme gegriffen. Trotzdem erscheint er nicht auf der jährlich veröffentlichten Liste der spendabelsten Amerikaner. Berühmt geworden ist der, oft als desinteressiert wirkend, beschriebene Paul Allen auch durch sündhaft teure Parties, auf denen neben Hollywoodgrößen auch Musiker wie Peter Gabriel, Carlos Santana oder Sting erschienen, mit denen er Gitarre spielte. Der Hobbymusiker hat auch eine eigene Band, im Frühjahr 2000 erschien die erste CD der „Grown Men“.

Beitragsbild: Ausschnitt aus einem Bild von Miles Harris [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons