Richard Matthew Stallman

Amerikanischer Programmierer, gründete das GNU-Projekt.
„Nicht Freibier, sondern die Freiheit der Rede“ so charakterisiert Richard Stallman sein propagiertes Prinzip der Freien Software. Das von ihm initiierte „Copyleft“, ein umgekehrtes Copyright, sieht vor, daß Software durchaus verkauft werden darf, der Quellcode jedoch immer offengelegt werden muß. So können die Programme von jedermann verändert und den individuellen Bedürfnissen angepaßt werden. Dabei müssen die Urheber der Software jedoch genannt und der Code muß weiterhin offengelegt werden. Auf die Idee, eine entsprechendes Projekt ins Leben zu rufen, war Stallman Anfang der 80-er Jahre gekommen. Er arbeitete damals als Programmentwickler am  MIT. Dort wurde ein von der Firma „Xerox“ gespendeter Laserdrucker verwendet. Die dazugehörige Software bereitete den Benutzern jedoch ständig Verdruß, da sie nicht meldete, wenn der Drucker belegt war, Papier fehlte oder ein Papierstau vorlag. Doch Stallman konnte das Problem nicht lösen, da man bei Xerox nicht bereit war, den Quellcode des Programmes offenzulegen, den er gebraucht hätte, um die Software den Bedürfnissen des MIT anzupassen. Stallman empfand dies als einen Akt der Nichtkooperation, an den er sich erinnerte, als er selbst eine Vereinbarung unterschreiben sollte, die ihn zu ebensolchem Tun verpflichtet hätte. Auch mußte er erleben, wie sich der Bereich der Softwareentwicklung immer mehr kommerzialisierte und von dem ursprünglichen Brauch, die Ergebnisse miteinander zu teilen, immer weniger übrig blieb. Stallman rief 1984 das GNU-Projekt zur Entwicklung eines Unix-kompatiblen freien Betriebssystems ins Leben. Die Bezeichnung heißt Komplett „GNU`s not UNIX“, dabei soll GNU wie „guh-NEW“ ausgesprochen werden. Viele in diesem Zusammenhang entwickelten Programme bilden, gemeinsam mit dem von Linus Thorvalds entwickelten Kernel (dem Hauptsteuerprogramm) das Betriebssystem Linux. Stallman ist daher auch der Ansicht, das Linux eigentlich GNU/Linux heißen müßte. GNU-Software wird gemäß der „Genreal Public Licence“ (GPL) vertrieben, die auf dem oben beschriebenen Prinzip des „Copyleft“ beruht.
Richard Stallman wurde 1953 in Manhattan geboren. Er studierte in Harvard Mathematik und begann schon vor seinem Studienabschluß, den er 1974 machte, am MIT als Programmierer zu arbeiten. Neben dem GNU-Projekt gründete er 1985 die „Free Software Foundation“, die sich mit der Entwicklung Freier Programme beschäftigt und sich um die Verbreitung der Idee der Freien Software kümmert. Stallman, der sich nach seinem E-Mail Alias auch „RMS“ nennt, gilt als Hacker-Legende. Er hat den „GNU C-Compiler“ und den Editor „Emacs“ geschrieben. Für seine Arbeit erhielt er verschiedene Auszeichnungen. Unter anderem im Jahr 1998 gemeinsam mit Linus Thorvalds den „Electronic Frontier Foundation`s Pioneer Award“. In Vorträgen, die er in aller Welt hält, propagiert er seine Philosophie von der Weitergabe von Software als „natürlichen Akt der Freundschaft“.

Beitragsbild: Blake Livingston, CC-BY-SA