Apache

Software für Web-Server
„Apache ist die am meisten verwendete, aber außerhalb von Insiderkreisen, unbekannteste Applikation im Web“ schrieb das US-Magazin Wired im Februar 2000. Tatsächlich hat diese Software für Web-Server mittlerweile einen Marktanteil von über 60 %. Häufig heißt es, der Name Apache habe nichts mit Indianern zu tun, auch wenn im Logo der Apache Software Foundation, einer Non-profit Company zur Unterstützung von Open Source Projekten, eine bunte Feder erscheint. Der Name gehe auf den Ausdruck „A patch server“ (Ein aus Patches bestehender Server) zurück, der 1995 geprägt wurde. (Patch ist die Bezeichnung für ein Korrekturverfahren, bei dem gezielt einzelne Pogrammfehler behoben werden.) Doch die Apache Software Foundatuion stellt klar, daß der Name aus Respekt vor den strategischen Fähigkeitne und der Ausdauer  der Apachen gewählt wurde.
1995 war der NCSA-Webserver die meistverbreitete Software dieser Art. Als der Hauptentwickler Rob McCool das National Center for Supercomputing der Universität von Illnois (NCSA) verließ, bestand jedoch weiterhin Bedarf die Software weiterzuentwickeln. Aus diesem Grund schlossen sich acht Programmierer zu einer Gruppe zusammen, die den Namen Apache-Group erhielt. Zur Zeit besteht diese Gruppe aus 22 Mitgliedern, der auch drei Deutsche angehören. Apache läuft auf allen gängigen Plattformen und ist als modulares System aufgebaut. Da es sich beim Apache-Server um ein Open- Source Projekt handelt, kann jeder Verbesserungen entwickeln, ob diese dann schließlich in Apache eingebaut werden, wird über eine Mailingliste abgestimmt. Bei Open-Source Projekten ist der Quellcode der Software frei zugänglich, das heißt, jeder kann diese Programme seinen eigenen Bedürfnissen anpassen. So arbeiten manchmal Hunderte von Menschen an einem Programm, wodurch Verbesserungen jenseits von kommerziellen Interessen durchgeführt werden können. 1999 wurde die Apache Software Foundation gegründet, um die Entwicklung dieser Software voranzutreiben und zu koordinieren. Mittlerweile sind auch einige Firmen Mitglieder in der Apache-Group, auch sie möchten die Vorteile der Open-Source-Software für sich nutzen.

Beitragsbild: Ausschnitt aus dem Logo der Apache Software Foundation

Eric Allman

Amerikanischer Informatiker, schrieb das erste Internet-E-Mail-Programm.
Der 1955 in Oakland, Kalifornien, geborene Eric Paul Allman scheint eine besondere Affinität zur Universität Berkeley zu haben, er wuchs in der Nähe des Campus auf und studierte dort. Mit seinem Partner Kirk McKusick, der sich auch mit Datenverarbeitung beschäftigt und zum Entwicklerteam von FreeBSD gehört, einer Weiterentwicklung  des UNIX Betriebssystems der Universität Berkeley, lebt er noch immer unweit der Hochschule. Schon als Kind war er ein begeisterter Elektronikbastler, und als der Zwölfjährige in der Schule an einer Arbeitsgemeinschaft teilnehmen konnte, die sich mit der Programmiersprache Fortran beschäftigte, hatte es ihn gepackt: Von nun an war er jeden Sonnabend im Computerzentrum der Schule anzutreffen. Später studierte er in Berkeley Elektrotechnik und Informatik. 1981 gehörte er zu einem Team, das an dem Datenbanksystem INGRES arbeitete. Die Gruppe hatte auch eine Verbindung zum ARPANET. Über diese Verbindung wurde auch E-Mail ausgetauscht, eine Möglichkeit, von der rege Gebrauch gemacht wurde. Leider konnten immer nur zwei Nutzer zur Zeit auf den Rechner zugreifen und Eric Allmann beschloß, diesem Übel abzuhelfen: Er schrieb ein Programm, das die E-Mail in das Universitätsnetz, BerkNet, weiterleitete (zuvor war es noch nicht möglich, Nachrichten von einem Netzwerk in ein anderes zu übertragen). Das Programm bekam zunächst den Namen „Delivermail“. Es wurde als „Sendmail“ mit der Zeit weit über die Universität Berkely hinaus verbreitet. „Sendmail“ war als Open Source-Projekt konzipiert, das heißt, der Quellcode ist öffentlich, und das Programm darf von jedermann weiterentwickelt werden. Allman arbeitete nach seinem Studienabschluß an der Universität Berkeley und später bei einem Unternehmen, welches sich mit datenbank-basiertem Marketing via E-Mail beschäftigte. Während seiner Freizeit kümmerte er sich um die Fortentwicklung von „Sendmail“. Die Arbeit wurde jedoch immer aufwendiger, so daß er schließlich gemeinsam mit Greg Olson im Jahr 1999 das Unternehmen „Sendmail“ gründete. Hier wird das Programm, das inzwischen im Bereich der Mailserver einen Marktanteil von über 50 Prozent erreicht hat, kommereziell genutzt, aber auch als open source-Projekt weiterentwickelt. Wikipedia zitiert den offen zu seiner Homsexualität stehenden Allmann mit den Worten: „Es ist eine Art perverse Befriedigung zu wissen, dass es im Grunde unmöglich ist, Hassmails durch das Internet zu schicken, ohne dass diese von einem schwulen Programm berührt werden.“

Eric Allman, der auch eine Kolumne für das „Boardwatch Magazin“ schreibt, sieht die ferne Zukunft der E-Mail in Systemen, über die sich mit Hilfe der Nanotechnologie ganze Objekte „versenden“ lassen.

Beitragsbild: Ausschnitt aus einem Foto von Karora (Own work) [Public domain or CC0], via Wikimedia Commons