DEC

In der Forschungsabteilung dieser Firma wurde die Suchmaschine AltaVista entwickelt.
„Es gibt keinen Grund für irgend jemanden, einen Computer zu Hause zu haben“ Diese Fehleinschätzung des Firmenchefs Ken Olsen, aus dem Jahre 1977, beschreibt genau den Grund des Niedergangs der Digital Equipment Corporation in den 80-er Jahren. Der zeitweise nach IBM zweitgrößte Computerhersteller, der auch als „Microsoft der 70-er“ bezeichnet wird, hatte es versäumt, rechtzeitig auf das Geschäft mit dem Personalcomputer zu setzen und konnte 1998 schließlich von Compaq übernommen werden. DEC wurde 1957 von Ken Olsen und Harland G. Anderson gegründet. Während Olsen die Firma bis 1992 leitete, verließ Anderson das Unternehmen bereits nach neun Jahren und gründete ein Beratungsunternehmen. Der 1926 geborene Olsen war der Sohn eines norwegischen Einwanderers. Schon als Kind interessierte er sich für Elektronik und war ein leidenschaftlicher Radiobastler. Während des Zweiten Weltkrieges machte er bei der amerikanischen Marine eine Ausbildung als Elektroniker. Nach dem Krieg konnte er nach einer Begabtenprüfung am MIT studieren. Dort arbeitete er später unter anderem an der Entwicklung des legendären Whirlwind Computers mit. Am MIT lernte er auch Harland Anderson kennen. Anderson hatte 1951 sein Physikstudium beendet und einen Job am MIT angenommen. 1957 beschlossen die zwei Kollegen, eine eigene Computerfirma zu gründen. Die in geschäftlichen Angelegenheiten unerfahrenen Akademiker mieteten ein altes Mühlengebäude als Firmensitz und freuten sich über die geringe Miete von 40 Cents pro Quadratmeter. Später erfuhren sie, daß der Vermieter das Gebäude kurz zuvor für 15 Cents pro Quadratmeter gekauft hatte. Startkapital in Höhe von 70 000 Dollar erhielten sie von einer Risikokapital-Firma gegen eine Beteiligung von 70 Prozent an ihrem Unternehmen. Vom Kapitalgeber kam auch der Firmenname „Digital Equipment Corporation“, kurz: DEC. Anderson und Olsen hatten an „Digital Computer Corporation“ gedacht, aber die Zeit sollte für Computerunternehmen angeblich nicht günstig sein. DEC entwickelte den Arbeitsplatzrechner PDP1, den ersten Minicomputer, der 1960 zu einem Preis von etwa 120000 Dollar auf den Markt kam. Geradezu ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, daß Computer derzeit über eine Millionen Dollar kosteten. Die Firma war sehr erfolgreich, wuchs schnell und wurde zum zweitgrößten Computerhersteller mit über 100000 Angestellten. 1986 wurde Ken Olsen vom amerikanischen Magazin „Forbes“ zum „Unternehmer Amerikas“ gewählt. DEC war führend in der Netzwerktechnik und bei den Minicomputern. Auch wurde bei DEC das in Insiderkreisen geschätzte Betriebssystem VMS entwickelt. (Später entstand auf der Basis dieses Systems Windows NT von Microsoft). Auch war die Firma für ihre Forschungsabteilung berühmt, die jährlich mit mehr als 10 Prozent des Firmenumsatzes finanziert wurde. Den Siegeszug des Personalcomputers verschlief die Firma jedoch: Erst als IBM Computer mit PC-DOS, dem später als MS-DOS bekannt gewordenen Betriebssytem, auslieferte, bequemte man sich bei DEC zur Entwicklung eines eigenen Personal-Computers. Dabei war dieser Begriff innerhalb des Unternehmens verpönt: Die Rechner wurden „applications terminal and small system“ genannt. 1988 erschien mit SUN ein weiterer Konkurrent auf der Bildfläche, der UNIX als Standardbetriebssystem für Workstations etablieren konnte. Als sich der Markt Anfang der 90er Jahre endgültig zu Gunsten der Personalcomputer wandelte, mußte Ken Olsen 1992 die Firma verlassen. Seinen „Schwarzen Freitag“ erlebte DEC im April 1994, als ein Verlust von 183 Millionen Dollar bekanntgegeben werden mußte. Die Rettung der Firma gelang durch Enrico Pesatori, der unter anderem über die Hälfte der damals 126000 Angestellten der Firma entließ und DEC wieder in die Gewinnzone brachte bevor die Firma 1998 von Compaq übernommen wurde

Beitragsbild: DEC Firmenlogo