Tim Krauskopf

Amerikanischer Informatiker, Mitbegründer von ßßß Spyglass.

Dem Sohn eines Professorenehepaars lag das Unterrichten im Blut, als Student unterrichtete er Schüler in der Programmiersprache BASIC, noch bevor er selbst Informatik studiert hatte. Er selbst war im Alter von 17 Jahren vom Programmieren gepackt worden. Tim Krauskopf wurde 1963 in einer Kleinstadt in Missouri geboren. Er absolvierte ein „Integrated Science“ Studium, eine Art Studium Generale der verschiedensten naturwissenschaftlichen Fächer, zu dem auch ein wenig Informatik gehörte. Außerdem absolvierte er die Kellog Graduate School of Management, bevor er an der Universität von Illinois ein Informatikstudium begann, welches er 1987 abschloß. Danach arbeitete er am „National Center for Supercomputing Applications“ (NCSA) der Universität. In Illinois war er an der Entwicklung des Programms „NCSA Telnet“, einer Software zum Vernetzen von MS-DOS und Macintosh Rechnern, beteiligt. Auch „DataScope“, ein Programm zur Visualisierung numerischer Daten für Wissenschaftler und Ingenieure, wurde unter seiner Beteiligung entwickelt. 1990 gehörte er zum Gründerteam von „Spyglass“, einer Firma, die sich um die Vermarktung von Entwicklungen des NCSA kümmern sollte und die später durch den Internet-Browser „Mosaik“ bekannt wurde. Nach dem Börsengang verließ er die Firma und arbeitete einige Jahre für das Field Museum in Chikago, dem viertgrößten Naturkundemuseum der Welt. Inzwischen ist Krauskopf, der in Chikago lebt, Vizepräsident der Firma „Motorola“. Daneben ist er in diversen Non-Profit-Organisationen aktiv.

Marc Andreessen

Amerikanischer Unternehmer und Programmierer.

Marc Andreessen 2004

„The Wunderkind“ wie Andreessen von der amerikanischen Presse auch genannt wurde, hat das Internet als Massenmedium erschlossen. Erst der von ihm und Eric Bina entwickelte Browser Mosaic ermöglichte, neben der Übertragung von Text, auch die Darstellung von Bildern im World Wide Web. Der am 9. Juli 1971 in Cedar Falls, Iowa, geborenen Marc Andreessen. lernte schon im Alter von neun Jahren mit Hilfe eines Buches aus der Leihbücherei die Programmiersprache BASIC. Kurz darauf schrieb er auf einem Computer seiner Schule sein erstes Programm, welches ihm die Hausaufgaben im Fach Mathematik erledigen sollte. Dieses Projekt wurde jedoch jäh beendet, als der Hausmeister den Strom abstellte und die Software dadurch löschte. Die wohl lohnendste Investition ihres Lebens machten seine Eltern, als sie ihm einen Commodore 64 Computer kauften, mit dem Marc seine Karriere als Programmierer begann, indem er Spiele programmierte. Während seines Studiums an der Universität von Illinois war er am National Center for Supercomputing Applications (NCSA) als Programmierer für 6,85 Dollar die Stunde mit der Entwicklung von Software zur Visualisierung dreidimensionaler Gegenstände beschäftigt. Dort lernte er das Internet kennen und erkannte das darin enthaltene Potential. Mit seinem Kollegen Eric Bina machte er sich daran, eine grafische Benutzeroberfläche zu schaffen, die den einfachen Zugriff auf alle Funktionen des Netzes ermöglichen sollte. Nach sechs Wochen harter Arbeit konnte das Mosaic genannte Programm vom NCSA im Internet zum kostenlosen Download veröffentlicht werden. Innerhalb des ersten Jahres wurden zwei Millionen Kopien verteilt. Andreessen wollte diesen Erfolg gern wirtschaftlich nutzen, doch fehlten ihm die Mittel, eine eigene Firma zu gründen. 1994 beendete er sein Studium und zog ins ßßß Silicon Valley, wo er kurz darauf seine spätere Verlobte Elizabeth Horn kennenlernte. Er suchte sich einen Job als Programmierer der ihn, wie er sagt, sehr gelangweilt hat. Eines Tages erhielt er eine E-Mail von Jim Clark. Der Mitbegründer der Firma Silicon Graphics war auf Mosaic aufmerksam geworden, da die Software in seine Pläne für interaktives Fernsehen zu passen schien. Andreessen überzeugte ihn davon, daß das Internet der Markt der Zukunft sei, und so wurde 1994 die Firma Netscape gegründet. Marc Andreessen konnte hier seine Fähigkeiten als technischer Visionär einsetzen, er entwickelte Ideen, die sein Team, das zunächst aus ehemaligen Studienkollegen bestand, umsetzen durfte. Auch der hier entwickelte Browser wurde kostenlos verteilt und erreichte so nach kurzer Zeit einen Marktanteil von 75 %. Der Börsengang von Netscape 1995 markierte den Punkt, von dem an der Wert einer Firma nicht mehr an seiner Gewinnerwartung sondern am erwarteten Umsatz gemessen wurde. Andreessen wurde über Nacht zum Multimillionär. Dabei blieb er durchaus bescheiden, seinen alten Ford Mustang tauschte er gegen einen Mercedes und außer einer Superstereoanlage und tausenden von CDs mit klassischer Musik leistete er sich nicht viel Luxus. Auch in Interviews soll er zumindest noch 1997, nicht so aufgetreten sein, wie man es von einem Geschäftsmann, der im Kampf gegen das Reich des Bösen – Microsoft – stand, erwartet hätte, er imitierte das Schnaufen seiner Bulldoggen oder erzählte von Hongkong Actionfilmen .

Inzwischen war nämlich auch Microsoft auf das Internet aufmerksam geworden und begann nun seinerseits, seinen eigenen Browser zu verschenken. Dies führte zum „Browser-Krieg“, in dem beide Firmen ständig neue Versionen der Programme auf den Markt brachten, die jeweils unterschiedliche Standards im Internet unterstützten; für Entwickler von Internetseiten keine Freude. Netscape unterlag schließlich und wurde Ende 1998 von AOL gekauft. Als Mitbegründer der Firma Loudcloud, einem „Software-Versorgungs-Unternehmen“, hat Marc Adreessen inzwischen Frieden mit Bill Gates geschlossen: Loudcloud unterstützt auch die Software aus dem Hause Microsoft. Für seinen Browser Netscape sieht er keine Zukunft mehr, wie er im August 2000 in einem Interview mit dem Schweizer „Internet Standard“ ausführte. Auch für die Firmen, die nun das Monopol von Microsoft auf dem Browser-Markt beklagen, hat er wenig Verständnis: „Da kann ich nur sagen: Ach was! Vor drei Jahren haben wir alle großen Firmen abgeklappert und sie davor gewarnt, aber keiner wollte es hören!“

Beitragsbild Marc Andreessen 2004 — JD Lasica from Pleasanton, CA, US, CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commons