Steve Outtrim

Australischer Unternehmer, entwickelte den Editor „HotDog“.

Steve Outtrims Erfolgsgeschichte wirkt wie ein modernes Märchen: Ein erfolgloser Unternehmer wird durch fünf Tage Arbeit zum Multimillonär. Tatsächlich hat Steve Outtrim für die Erstellung des Programms „HotDog“ nur wenige Tage gebraucht. Der Börsengang seiner Firma machte ihn schließlich zum Multimillionär. Steve Outtrim wurde am 24. Februar 1973 in Neuseeland geboren. Schon im Alter von neun Jahren bekam er einen Computer geschenkt, an dem er Programmieren lernte, denn das Gerät hatte noch keinen festen Speicher, und Spiele mußte er daher teilweise selbst erstellen. Sein eigentlicher Wunsch war es jedoch, Unternehmer zu werden. Er absolvierte daher an der Victoria University in Wellington eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. Im Januar 1993 ging er nach Melbourne in Australien, wo er in einer leitenden Position in einem Restaurant zu arbeiten begann. Während seiner Freizeit programmierte er ein Abrechnungsprogramm für Restaurants. Im April 1995 machte er sich selbständig, um die von ihm entwickelte Software zu verkaufen. Seine Firma nannte er nach seinem Spitznamen „Sausage“, Würstchen. Allerdings hatte er wenig Erfolg: Niemand interessierte sich für sein Produkt. Schließlich kam er auf die Idee, die Software über das World Wide Web anzubieten. Da er kein passendes Programm zum Erstellen von Web-Seiten fand, begann er, sich einen eigenen Editor zum Erstellen der Seiten zu schreiben. Nach einigen Tagen war die Software fertig. Freunden, denen er das Programm zeigte, gefiel es, und er bot es im World Wide Web unter der Bezeichnung „HotDog“ zum Verkauf an. Innerhalb fünf Monaten konnte er über 10.000 Kopien davon absetzen. Zu seinen Kunden zählten auch Firmen wie Microsoft, „IBM“ oder „Coca Cola“. Nach einem Jahr hatte das Unternehmen „Sausage“ bereits 60 Mitarbeiter und „HotDog“ wurde weltweit eingesetzt. Im Oktober ging die Firma als eines der ersten australischen Internetunternehmen an die Börse. Allerdings ließ die Nachfrage nach „HotDog“ nach, und „Sausage“ versuchte mit der Entwicklung von kleinen, in der Programmiersprache Java geschriebenen Programmen, sogenannten „Applets“, erfolglos Geld zu verdienen. Durch die Zusammenarbeit mit dem damals 32 Jahre alten australischen Internet-Unternhmer Wayne Bos konnte „Sausage“ gerettet werden. Inzwischen ist aus „Sausage“ eines der führenden Technologie-Unternehmen Australiens im Bereich E-Commerce geworden. Steve Outtrim hat sich Mitte 2000 gänzlich aus der Firma zurückgezogen. Er verkaufte einen großen Teil seiner Beteiligung und plante, sich nach einer Europareise als Investor zu betätigen.

Jakob Nielsen

Dänischer Informatiker, beschäftigt sich mit benutzerfreundlichen Schnittstellen.

Fast jeder Web-Surfer wird wohl schon auf eine Seite gestoßen sein, auf der vor lauter bunten Grafiken gar nicht mehr zu erkennen war, worum es eigentlich ging. Gegen solche Auswüchse des „Design“ zieht der, auch als „Usability Papst“ bekannte, Jakob Nielsen zu Felde. Sein 1998, gemeinsam mit dem ehemaligen Vizepräsidenten der Forschungsabteilung der Firma Apple Don Norman, gegründetes Unternehmen beschäftigt sich mit der Ergonomie von Web-Seiten. Nielsens eigener Web-Auftritt erklärt seine Thesen zur benutzerfreundlichen Web-Seiten-Gestaltung, die er in einer zweiwöchentlich erscheinenden Kolumne, der „Alert Box“, näher ausführt. Er hat mehrere Methoden zur Bewertung der Ergonomie von Benutzerschnittstellen entwickelt und ist Inhaber von über 50 Patenten in diesem Bereich. Jakob Nielsen wurde am 5. Oktober 1957 in Kopenhagen, Dänemark, geboren. Seine Eltern waren Psychologen, seine Mutter, auf Kinderpsychologie spezialisiert, ließ ihn ständig entsprechende Tests machen, was er als sehr lustig in Erinnerung hat. In der Oberschule begeisterte er sich für die Arbeit mit Computern. Zwar hatte die Schule nur einen alten Rechner der zweiten Generation mit fünf KB RAM, doch Nielsen war fasziniert von der Möglichkeit, die genaue Kontrolle über dieses Gerät erlangen zu können und so machte es ihm auch nichts aus, die für diesen Rechner notwendige Programmiersprache zu lernen. Er erinnert sich daran, daß er dies als weit interessanter empfand als den üblichen Schulstoff. 1976 begann er in Kopenhagen ein Informatikstudium, allerdings fand er die Arbeit mit den modernen Computern, im Vergleich zu seinen ersten Erfahrungen an der Oberschule, geradezu langweilig. Während seines Studiums lernte er auch die Arbeiten Ted Nelsons kennen und begann, sich mit Hypertext und „Interaktiver Information“ zu beschäftigen. 1990 erschien sein Buch „Hypertext and Hypermedia“, das 1995 in erweiterter Form unter dem Titel „Multimedia and Hypertext: The Internet and Beyond“ erneut aufgelegt wurde. 1986 bis 1990 war Nielsen Professor an der Technischen Universität von Dänemark. 1990 ging er in die USA, dort war er am „IBM User Interface Institute“, am „Bell Communications Research Center“ der Firma Bellcore und schließlich beim Computerhersteller SUN tätig. Dort war er für die Gestaltung der firmeneigenen Internet- und Itranetseiten verantwortlich. Jakob Nielsen lebt in Kalifornien und ist mit Hanah Kain verheiratet. Seine Frau ist Gründerin der Firma „ALOM Technologies“, einem Unternehmen, das zum Beispiel CD-ROM`s und DVD`s produziert. Jakob Nielsens Firma ist in „einer kleinen Ecke“ des Gebäudes von „ALOM“ untergebracht. Der „Guru of Usability“ hat eine Anzahl von Büchern zum Thema „Benutzerfreundiche Schnittstellen“ veröffentlicht. Er ist Gründer der „discount usability engineering“-Bewegung, die sich um die schnelle und kostengünstige Verbesserung von Benutzerschnittstellen kümmert. Im Jahr 2000 wurde er in die „Scandinavian Interactive Media Hall of Fame“ aufgenommen. Kritiker werfen ihm vor, daß seine Behauptungen, wie die Aussage „Nutzer wollen nicht skrollen“, jeder Grundlage entbehren, auch habe er seine eigne Web-Seite niemals einem seiner Tests unterzogen. Ein „Jakob Nielsen Drinking Game“ setzt sich ironisch mit Nielsens Thesen auseinander: Die Spieler werden aufgefordert, einen seiner Vorträge zu besuchen und jedes Mal, wenn er Ausdrücke wie „Skrollen“, „Linkrot“, „das Problem der Bandbreite“ und ähnliche verwendet einen Schluck zu nehmen. Erst wenn er eine anerkannte Studie nennt, darf mit dem Trinken aufgehört werden.

Beitragsbild: Von docsearls – Flickr, CC BY-SA 2.0

Dale Dougherty

Amerikanischer Autor.

Der „Global Network Navigator“ gilt als erste kommerzielle Seite im World Wide Web. Dort fanden die Besucher 1993 eine übersichtlich geordnete und kommentierte Sammlung von ausgewählten Seiten dieses schnell wachsenden Teils des Internet vor. Initiator des Projektes war der Mitbegründer des bekannten O`Reilly –Verlages, Dale Dougherty. Dougherty wurde am 11. Mai 1955 in Los Angeles geboren. Er studierte Englisch an der Universität von Louisville und bildete sich 1983 zum technischen Redakteur weiter. Bis dahin hatte er noch keinerlei Kontakt mit der Computertechnik gehabt. Erst als er 1984 Gebrauchsanweisungen textete, kam er mit UNIX-Systemen in Berührung, die zum Editieren und Setzen der Schriftstücke verwendet wurden. Dies führte gemeinsam mit Tim O`Reilly unmittelbar zur Herausgabe des ersten Buches aus dem Bereich der Computertechnik. Es trug den Titel „Unix Text Processing“. 1985 gründeten die zwei Autoren den technischen Verlag „O`Reilly“, der vor allem durch die Herausgabe der „Nutshell“- Computerbücher weltweit bekannt geworden ist. Konzipiert hatte diese Reihe Dale Dougherty. Das Internet wurde vom Verlag zu dieser Zeit nur zur Kommunkation mit den Autoren genutzt. Dougherty begann, sich mit Hypertextsystemen zu beschäftigen, da er in ihnen eine gute Möglichkeit sah, die Inhalte der Bücher besser zugänglich zu machen. Auf der Suche nach frei verfügbaren Systemen, stieß Dougherty auf Pei Wei, der ein Hypertextsystem unter Unix entwickelt hatte. Bei O`Reilly widmete er sich nun Experimenten mit digitalen Büchern auf Hypertextbasis. Als er Dougherty eines Tages seinen Browser „Viola“ vorführte, sah dieser darin Möglichkeiten für das Verlagswesen. Das Projekt eines digitalen Buches wurde aufgegeben und statt dessen eine andere Anwendung entwickelt, deren Grundlage das im O`Reilly-Verlag erschienene Buch „The Whole Internet Users Catalogue“ von Ed Krol bildete. Das Buch bot eine Übersicht der interessantesten Seiten des World Wide Web. Um den Verkauf des Buches zu unterstützen, wurde eine Anwendung entwickelt, bei der über den Viola Browser direkt auf erwähnte Seiten im World Wide Web zugegriffen werden konnte. Das System wurde 1992 auf der Messe „Interop“ vorgestellt und danach einige Zeit als Kisok-System in Buchhandlungen verwendet. Der Erfolg des Programms brachte Dougherty dazu, daraus ein kommerzielles Produkt zu entwickeln. Seine Idee war es, einen solchen Katalog im World Wide Web zur Verfügung zu stellen und ihn durch auf der Seite geschaltete Anzeigen zu finanzieren, was auch geschah: Im August 1993 ging der Global Network Navigator, GNN, wie die Seite genannt wurde, online, dabei wurde der Katalog durch ein Online Magazin ergänzt. 1994 kam es auch zur Zusammenarbeit mit dem „National Center for Supercomputing Applications“ (NCSA), das mit „Whats New“ einen ähnlichen Service im World Wide Web anbot, für den O`Reilly die Werbung von Anzeigenkunden übernahm. Der Finanzbedarf zur Pflege des GNN stieg jedoch aufgrund des schnell wachsenden World Wide Web immer mehr an und so wurde der Navigator 1995 schließlich an ßßß AOL verkauft. Dort kümmerte man sich jedoch nur halbherzig um das Projekt und 1997 wurde der Global Network Navigator, der als eine der zuverlässigsten Quellen des Netzes gegolten hatte, eingestellt. Dale Dougherty organisierte 1993 beim O`Reilly Verlag den ersten „World Wide Web Wizards Workshop“, bei dem Personen wie Tim Berners Lee oder Marc Andreessen die Zukunft des Web diskutierten. Dougherty ist seit 20 Jahren verheiratet und lebt mit seiner Familie, er hat drei Kinder, in Sebastopol, Kalifornien. Dort ist er im Vorstand des örtlichen Theaters und einer lokalen Radio- und Fernsehstation engagiert. Außerdem trainiert er eine Baseball-Mannschaft.

Beitragsbild: Screenshot der WEbseite GNN von ca. 1993

DooYoo

Zweites Deutsches Meinungsportal.

Auf den Web-Seiten von DooYoo kann man erfahren, daß Günther Grass „sich selbst treu bleibt“, sich die Kassiererinnen bei Aldi-Süd häufig vertippen oder die Deutsche Post „absolut unfähig und nicht kundenorientiert“ ist. DooYoo ist eine Meinungscommunity in der man, wie beim Konkurrenzunternehmen Ciao.com, Meinungen über Produkte und Dienstleistungen zum Besten geben kann, die dem interessierten Leser bei einer Kaufentscheidung helfen sollen. Wie Ciao ist auch DooYoo die Kopie eines amerikanischen Konzeptes. Boris Wasmuth, Marcus Rudert und René Kaute waren seit 1998 auf der Suche nach einer tragfähigen Geschäftsidee für das Internet, als Boris Wasmuth durch Zufall von der Geschäftsidee erfuhr. Zur Verwirklichung des Konzeptes verstärkten sie ihr Team durch Felix Frohn-Bernau, Michael Karkowski und Alexander Wit. Auf die Erstellung eines ausführlichen Businessplans wurde verzichtet, da auch Konkurrenzunternehmen ihre Markteinführung vorbereiteten. Trotzdem gelang es den Gründern, ausreichend Risikokapital aufzutreiben und mit DooYoo im Dezember 1999 online zu gehen. Ende 2000 waren auf den Seiten von DooYoo bereits über 1,5 Millionen Beiträge zu lesen und die Firma hat Niederlassungen in England, Spanien, Frankreich und Italien. Die sechs Firmengründer waren zum Zeitpunkt der Firmengründung zwischen 26 und 32 Jahre alt, sie kannten sich bereits aus Kindertagen beziehungsweise aus ihrer Studienzeit. Der 1968 geborene Boris Wasmuth lebte von 1985 bis 1987 in den USA, wo er die High-School besuchte. Nach seinem Studienabschluß mit Prädikat im Fachbereich Betriebswirtschaftslehre an der Universität Köln, arbeitete er im Produktmanagement. Der gleich alte René Kaute ist studierter Volkswirt und arbeitete als Redakteur für diverse Fernsehsender in Deutschland. Marcus Rudert, der 1969 geboren wurde, studierte nach seiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann in Köln Jura. 1999 gründete er mit einem Kommilitonen eine Agentur für Web-Design. Der 1973 geborene Michael Kalkowski arbeitete gerade an seiner Diplomarbeit im Fach Betriebswirtschaftslehre, als Boris Wasmuth ihn fragte, ob er bei der Geschäftsgründung mittun wollte. Das jüngste Mitlgied der Mannschaft ist der 1974 geborene Alexander Wit. Er wuchs in Peru, Chile Holland und den USA auf, wo er auch studierte. Er hat einen chilenischen und holländischen Paß. Zu den Gründern von DooYoo wurde er von Felix Frohn-Bernau geholt, den er aus Madrid kannte. Der 1968 geborene Felix Frohn-Bernau studierte Jura und war in Spanien und Deutschland als Rechtsanwalt tätig. Mitte 2000 gehörte er zu den Mitbegründern des Internet-Verbandes Enef, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Startups in diesem Bereich zu unterstützen. Außerem ist er Mitglied im Interentbeirat der FDP, trotzdem hält er die Politik für das Interentzeitalter als zu träge, sie sei „weil auf Konsens und Wählerstimmen fixiert, extrem langsam.“ zitiert ihn eine deutsche Zeitung.

Matt Drudge

Amerikanischer Klatschjournalist

Als der 28-Jährige Matt Drudge 1994 von seinem Vater einen 486-er Computer geschenkt bekam, wußte er zunächst nicht, was er damit anfangen sollte. Innerhalb von zwei Monaten entdeckte er das Internet, durch das er drei Jahre später berühmt werden sollte. Drudge hatte 1988 das College abgebrochen und arbeitete seitdem im Souvenirladen des Fernsehsenders CBS. Schon als 12-Jähriger hatte er seine Mitschüler durch das Erzählen von Geschichten unterhalten, im Prinzip der Mailinglisten sah er die Möglichkeit, dieses Talent wieder aufleben zu lassen. Also richtete er eine solche Liste ein, über die er Nachrichten verbreitete, die er in anderen Mailinglisten gelesen hatte. Anfangs hatte seine Liste nur wenige Teilnehmer, doch sie wuchs rasch und 1995 richtete er seine Web-Seite, den „Drudge Report,“ ein. Den Inhalt der Seite stellt er aus Meldungen verschiedener Medien zusammen. Zu diesem Zweck hat er seine kleine Wohnung mit Fernsehgeräten und Computern angefüllt, mit denen er die Web-Seiten der großen Tageszeitungen und die aktuellen Nachrichtensendungen verfolgt. Außerdem erhält er täglich über 1000 E-Mails, aus denen er die interessantesten Nachrichten auswählt. Matt Drudge selbst, der seinen Job bei CBS 1996 quittierte, macht keine Werbung für seinen Report. Allein die von ihm veröffentlichten Meldungen sorgen für Publizität. 1997 zählte seine Seite bereits über 1 Million Besucher im Monat. 1998 wurde er durch die Veröffentlichung der Clinton-Lewinsky Affäre auch über die USA hinaus berühmt. Allerdings nimmt er es mit dem Wahrheitsgehalt seiner Meldungen nicht so genau, denn keiner der auf seiner Seite veröffentlichten Berichte wird von ihm geprüft. Das brachte ihm 1997 eine Millionenklage des amerikanischen Präsidentenberaters Sidney Blumenthal ein, von dem er fälschlicherweise behauptet hatte, er würde seine Frau schlagen. Seinen Lebensunterhalt bestreitet Drudge unter anderem durch die Lieferung seiner Nachrichten an AOL, auch hatte er einige Zeit eine eigene Radio- und Fernsehshow. Vom Fernsehsender NBC trennte er sich 1999 im Streit um das Foto eines 21 Wochen alten Fötus, das er als Aufhänger für eine Diskussion über Abtreibung zeigen wollte. Der Radiosender ABC kündigte seinen Vertrag Ende 2000 nachdem er den Geschäftsführer des Disney-Konzerns, einer Tochtergesellschaft von ABC, als „Inkarnation eines Vampirs“ bezeichnet hatte. Eine Bezeichnung, die ihm selbst von seriösen Journalisten gegeben wird, denn Matt Drudge lebt vom „Juornalistischen Blut der Reporter“ indem er sich an ihren Nachrichten und Berichten gütlich tut. Als Vorbild sieht er den in Amerika populären Klatschjournalisten Walter Winchell, der in den 30er und 40er Jahren aus Hollywood berichtete. Matt Drudge wirkt in seinem an diese Zeit angelehnten Outfit allerdings eher wie eine Karikatur dieses Mannes.

Beitragsbild: Screenshot der Webseite von 1999

Stephan Buchwald

Organisierte den ersten Internetauftritt eines Deutschen Geldinstitutes.

Die Geschichte des 1972 geborenen Stephan Buchwald zeigt, daß man nicht unbedingt ein Computerfreak sein muß, um im Internet-Geschichte zu schreiben. 1995 initiierte er den Web-Auftritt der Zweigstelle der Hypo-Bank in Schwerin und damit den ersten Web-Auftritt einer Bank in Deutschland. Die „Deutsche Bank“ ging erst eine Woche später ans Netz. Die Web-Seite der Hypo-Bank war vergleichsweise simpel: Ein kurzer Text, das Firmenlogo und die Möglichkeit per E-Mail Kontakt aufzunehmen, waren die Elemente des Auftritts. Da die Aktion ohne Abstimmung mit der Zentrale stattgefunden hatte, war man dort zunächst nicht sehr erbaut von dem eigenmächtigen Vorgehen der Zweigstelle, schließlich müssen alle Werbe- und Kommunikationsmittel einer großen Firma ja sorgfältig geplant und aufeinander abgestimmt werden. Der Ärger war jedoch schnell vergessen, als die ersten Reaktionen von außerhalb bekannt wurden. Die Idee hatte durchschlagenden Erfolg, der Presserummel war gehörig und die Bank wurde mit Rückmeldungen überhäuft. Die erste Anfrage kam von einem Geschäftsmann aus Wismar, „der dann tatsächlich Kunde bei der Bank wurde“, wie sich Stephan Buchwald erinnert. Buchwald war auf die Idee des Web-Auftritts gekommen, nachdem er die Möglichkeiten des Internet zur Recherche und Kommunikation kennengelernt hatte. Er konnte seine Vorgesetzten von der Nützlichkeit einer Präsenz im World Wide Web überzeugen und so zum Internet Pionier werden. Die Möglichkeiten der Kommunikation über ein Netzwerk hatte er anhand des ßßß BTX-Systems der ßßß Telekom kennengelernt, nach Feierabend erkundete er die Chatsysteme dieses Dienstes und nutzte die Möglichkeit, mit anderen Teilnehmern online zu spielen. Stephan Buchwald ist seinem Beruf treu geblieben, er arbeitet bei der Vereins-und Westbank in Schwerin als Vermögensplaner und bildet sich an der Hochschule für Bankwirtschaft zum financial planner weiter.