Charley Kline

Amerikanischer Informatiker, versandte die erste E-Mail.

„LO“ so lautete die erste Botschaft, die mittels eines Internet-Protokolls über eine Telefonleitung von einem Rechner zu einem anderen geschickt wurde. Ein biblischer Ausdruck („lo“ heißt „siehe“) oder die phonetische Form des Wortes „hello“, wie Leonard Kleinrock sich erinnert. Eigentlich sollte „login“ übertragen werden, um eine feste Verbindung herzustellen. Doch die beteiligten Rechner stürzten ab, nachdem das „G“ eingegeben worden war. Eine Stunde später war der Fehler behoben, und das Internet war geboren. Der Versuch fand am 29. Oktober 1969 zwischen der University of California at Los Angeles (UCLA) und dem Stanford Research Institute (SRI) statt. Eine erste Übertragung zwischen zwei Rechnern, die allerdings nur zwei Meter voneinander entfernt waren, war bereits am 2. September geglückt. Im Oktober hatte der damals 21 Jahre alte Student Charley Kline die Ehre, das Terminal zu bedienen. Kline ist dem Internet treu geblieben, er arbeitet als „Senior Technologist“ bei der Firma Cisco. In einem Interview im Jahr 1999 bezeichnete er den Ausbau der Infrastruktur als vordringliche Aufgabe zur Entwicklung des Internet, da dadurch Anwendungen wie Internet-Telefonie oder Videoübertragungen in annehmbarer Qualität ermöglicht würden.

Hotmail

Erster Anbieter eines kostenlosen E-Mail-Service.

Wie viele gute Ideen wurde Hotmail aus der Not geboren. Die damals 26 Jahre alten Sabeer Bhatia and Jack Smith arbeiteten 1995 als Hardware-Ingenieure bei einem Unternehmen, das PowerPC Workstations herstellte. Neben dieser Tätigkeit hatten sie gemeinsam die Firma JavaSoft (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Abteilung der Firma SUN) gegründet, um ein einfach zu bedienendes Datenbanksystem zu entwickeln und zu vermarkten. Für ihre geschäftlichen Aktivitäten wollten sie ungern E-Mails über den Internet-Zugang ihres Arbeitgebers austauschen. Auch war es nicht so einfach, von ihrem Arbeitsplatz aus einen eigenen Zugang einzurichten. Jack Smith fragte sich, warum es nicht möglich sein sollte, über einen gewöhnlichen Web-Browser ohne zusätzliche Software an seine E-Mail zu kommen. Sabeer gefiel die Idee und so machten sie sich daran, ein entsprechendes Konzept zu verwirklichen. Im Januar 1996 konnten sie etwas Kapital auftreiben und am 4. Juli des selben Jahres ging Hotmail online. Der Service vergibt E-Mail-Adressen und bietet die Möglichkeit, auf seiner Web-Seite elektronische Post zu empfangen und zu versenden. Der Service ist für die Nutzer kostenlos und kann von jedem Rechner der Welt, der eine Verbindung zum World Wide Web hat, aufgerufen werden. Finanziert wird das Unternehmen durch Werbung, die den Kunden gezielt dargeboten wird. Verschiedene Angaben, nach denen die Nutzer bei ihrer Anmeldung gefragt werden, machen diese Ansprache möglich. Hotmail war recht erfolgreich, bereits nach einer Stunde hatten sie 100 Abonnenten, nach zwei Monaten lag die Anzahl der Nutzer über 100000 und am Ende des Jahres bei einer Million. (Inzwischen werden über 50 Millionen Adressen verwaltet.) Natürlich blieb das auch ßßß Microsoft nicht verborgen. Zunächst wollte sich der Gigant an Hotmail beteiligen, kaufte ihn Ende 1997 aber für 400 Millionen Dollar. Die Firmengründer blieben zunächst bei Microsoft, gingen dann aber eigene Wege. In die Schlagzeilen geriet Hotmail Ende 1999, als der Linux-Programmierer Michael Chaney Microsoft die Registrierungsgebühr für den Domain-Namen (die Internet-Adresse) vorstreckte.